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Alexanders Entdeckung
Behandlungsresistente Bedingungen
Chronische Schmerzen, die jeglicher Behandlung trotzen,
kommen immer häufiger vor. Insbesonders Sehnenscheidenentzündung,
Handwurzelknochenentzündung, Nervenleiden, Schulterschmerzen,
Kopfweh stellen mehr und mehr Probleme in unserem täglichen
Leben, in der Arbeit und in der Erholungszeit dar. Manche
Therapien mögen für eine kurze Zeit helfen, in den meisten
Fällen treten diese Probleme aber immer wieder auf.
Alexanders Verfassung
Diese unglückliche Erfahrung machte auch Matthias Alexander,
der ein bekannter Shakespearedarsteller am Ende des 19.
Jahrhunderts war. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt,
zwang ihn chronische Heiserkeit fast zur Aufgabe seines
Berufes. Die einzigen Ratschläge seiner Ärzte, nämlich zu
gurgeln und seine Stimme nicht zu gebrauchen, zeigten keinen
Erfolg. Doch anstatt sich mit dieser Situation abzufinden,
begann Alexander zu überlegen, dass er "irgendetwas" während
seines Auftrittes machte, das den Zustand der Heiserkeit
hervorrief. Daraus wiederum zog Alexander den Schluss, dass,
wenn er herausfinde, was dieses Etwas ist und er dieses
Verhalten stoppen kann, er wieder frei vortragen kann.
Mit dieser Überlegung begann er nun neue Wege zu beschreiten,
die er noch nicht kannte und von denen er auch nicht wusste,
ob sie zum Ziel führen würden.
Die Suche nach Antworten
Als scharfsinniger und sensitiver Beobachter verbrachte
Alexander Jahre vor Spiegeln, um sich während des Rezitierens
zu beobachten. Während seines Vortrages bekam er immer wieder
Schmerzen, die er beim alltäglichen Sprechen nicht bemerkte.
Bald entdeckte er, dass während des Vortrages drei verschiedene
Verhaltensmuster auftraten. Erstens zog er seinen Kopf zurück.
Zweitens drückte er auf seine Stimmbänder. Und drittens
saugte er Luft durch den Mund ein, was ein Geräusch verursachte.
Er bemerkte, dass diese Verhaltensmuster, allerdings in
viel kleinerem Ausmaße, auch während seines alltäglichen
Sprechens vorhanden waren.
Entdeckung der Primärkontrolle
Von diesen drei Verhaltensweisen während des Vortrages,
gelang es ihm zunächst nur, die Haltung seines Kopfes -
nämlich nach vorwärts und hoch - zu ändern. Dabei entdeckte
er, dass er dadurch auch seine Stimmbänder und seine Atmung
positiv veränderte und gelangte damit zu der Erkenntnis,
dass die Orientierung des Kopfes im Bezug zum Rücken die
Haltung und die Bewegung des Körpers beeinflusst. F. M.
Alexander nannte dies die Primärkontrolle.
Der Körper als System
Durch weitere Beobachtung bemerkte Alexander, dass sich
durch die falsche Platzierung des Kopfes sein Brustkorb
hob, was wiederum ein Hohlkreuz und ein Zusammendrücken
der Wirbelsäule verursachte. An diesem Punkt angelangt,
erkannte Alexander, dass sein Problem weit über seinen Halsbereich
hinausging. Er sah, dass das 'Wie', also die Art des Gebrauches
von Kopf, Hals, Brustkorb und Rücken wesentlich mit seiner
Sprachentwicklung und Atmung zu tun hatte, insbesonders
während seines Vortrages.
Falsche Bewusstseinswahrnehmung
So sehr es Alexander auch versuchte, er hatte große Schwierigkeiten,
alle Körperteile, die für seinen Vortrag notwendig waren,
harmonisch zu koordinieren. Deshalb nahm er wieder Spiegel
zu Hilfe und hatte eine weitere bemerkenswerte Offenbarung.
Gerade wenn er dachte, seinen Kopf vorwärts und hoch gebracht
zu haben, sah er im Spiegel genau das Gegenteil, nämlich
dass er seinen Kopf nach hinten und unten zog - seine Gefühle
täuschten ihn. Die alte aber in Wahrheit falsche Gewohnheit,
seinen Kopf zurückzubringen, fühlte sich für ihn richtig
an.
Bewusste Direktiven
Seine Fähigkeit, die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen,
verhalf Alexander zur richtigen Entscheidung, nämlich dass
er zuerst 'stoppen' und denken müsse bevor er anfing vorzutragen.
Dadurch hielt er 'inne' mit seinen alten falschen Gewohnheiten.
Er begann nun, bewusst seinem Körper neue Direktiven zu
geben. Dies hatte einen völlig neuen und verbesserten Gebrauch
seines Kopfes und Halses zur Folge. Es war eine mentale
Herausforderung, die bedeutete, alte Gewohnheiten durch
neue Verhaltensmuster zu ersetzen, d.h. den Körper völlig
anders zu gebrauchen, was sich zuerst ungewohnt und falsch
anfühlte.
Lösung mit Ergebnissen
Dieser Veränderungsprozess seiner gewohnheitsmäßigen Verhaltensmuster
benötigte viel Zeit. Aber durch diese Veränderung lösten
sich alle Probleme mit seiner Kehle, Nase und Stimme, die
ihn sein ganzes Leben belastet hatten. Überdies erfuhr er
an sich während dieser Zeit des Erforschens eine wesentliche
Verbesserung seines allgemeinen Gesundheitszustands. Dies
stellte er später auch an allen anderen fest, die seine
Hilfe suchten und mit seiner Technik arbeiteten.
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Frederic Matthias Alexander
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1869
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geboren in Tasmanien, Australien
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1894
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Beginn der Lehrtätigkeit
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1904
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Übersiedlung nach London
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1914
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Reise in die USA
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1918
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erstes Buch:
Man's Supreme Inheritance
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1923
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zweites Buch:
Constructive Conscious Control of the Individual
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1930
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Beginn der Ausbildung von Lehrern in London
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1932
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drittes Buch:
The Use
of the Self
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1941
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viertes Buch:
The Universal Constant
in Living
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1955
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verstorben in London
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