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Babies können erstaunlich kräftige Geräusche im Verhältnis
zu ihrem kleinen Körper machen und stundenlang schreien,
ohne heiser zu werden. Ihr psychophysischer Mechanismus
funktioniert perfekt. Wenn aus Babies Kleinkinder werden,
ändert sich bedauerlicherweise die Art und Weise, wie sie
ihre Stimmen und ihren Atemmechanismus gebrauchen, und damit
verlieren sie häufig die Fähigkeit zu einem freien Gebrauch
der Stimme. Diskussionen über Atmung erhitzt die Gemüter
oft, weil es so viele verschiedene und oft kontroverse Vorstellungen
darüber gibt. Alle stimmen jedoch darin überein, dass der
Atemmechanismus am besten funktioniert, wenn der Sänger
ihn auf eine gesunde Art und Weise einsetzt.
Es gibt viele Ausdrücke für Atmen: Bauchatmung, Hilfsatmung,
Entspannungsatmung, autonome Atmung, Brustatmung, tiefe
Atmung, Schlüsselbeinatmung, Zwerchfellatmung, Unterleibsatmung,
natürliche Atmung, Rippenatmung, oberflächliche Atmung,
stille Atmung, Brustkorbatmung usw. Ein Problem ist, dass
viele Lehrer die gleichen Ausdrücke benutzen und dabei unterschiedliche
Dinge meinen. Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Ansätze,
Atmung zu unterrichten. Manche Lehrer konzentrieren sich
auf das Einatmen, manche auf das Ausatmen und eine dritte
Gruppe betont das Zusammenspiel von beiden.
Die Alexander Technik arbeitet hauptsächlich am Ausatmen,
da sie von der Annahme ausgeht, dass für Sänger, wenn sie
sich auf möglichst effiziente Art und Weise koordinieren
und die Luft auf der Lunge herauslassen, das Einatmen zu
einem simplen Reflex wird, der nicht vom bewussten Willen
kontrolliert ist. F.M. Alexander betrachtete as geflüsterte
"ah" als eine der wichtigsten Anwendungen der Technik. F.M.
Alexander fand heraus, dass er, wenn er Sänger das geflüsterte
"ah" üben ließ - was Sänger selten mit schlechten psychophysischen
Gewohnheiten bei der Vokalisierung in Zusammenhang bringen
- ihnen die komplexe Interaktion zwischen den verschiedenen,
für das Singen benötigten Teilen des Körpers und dem Körper
als Ganzem vermitteln konnte.
Sänger, die an dem geflüsterten "ah" arbeiten, üben nicht
nur das Atmen. Sie arbeiten gleichzeitig an der psycho-physischen
Koordination. Der Stimulus des geflüsterten "ah" macht dem
Schüler seine Gewohnheiten in Bezug auf Atmung und Vokalisierung
bewusst. Mit diesem Wissen über elementare Prinzipien können
Sänger herausfinden, wie sie ihren psycho-physischen Mechanismus
während der Vokalisierung einsetzen. Dieser Ansatz führt
zu einer Änderung der Qualität, des Volumens, des Umfangs
und der Schönheit der Stimme.
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